Mir geht´s gar nicht gut...

...die letzte Woche war verdammt anstrengend und so ging es gleich gestern weiter.
Mit meinen Kindern war ich im Puppentheater, dann mit der Tagesklinik im Museum und "Kuchen essen" beim Bäcker, dann hatte meine Tochter geburtstag und am Wochenende haben wir gefeiert, von 10-18Uhr auf einem Indoor-Spielplatz. Das war alles so anstrengend, vor alem die Erkenntnis, das sich nichts geändert hat. Alle haben gesagt es würde mir bald besser gehen, ich müsste nur in die TK gehen - und nichts war bzw ist besser . Es ging mir genauso wie vor der TK, obwohl ich nun schon so lange dort bin. Jeden Tag schleppe ich mich hin und mache so viel wie möglich, meist alles, mit, ich habe es inzwischen geschafft mich der Therapeutin zu öffnen, ich sage auch "etwas" bei den Gruppen-Therapien ---- dennoch hat sich gar nichts geändert.

Mit meinem Mann habe ich nur noch Stress, gestern war er in der Tagesklinik und hat nur Müll erzählt, als er mit der Schwester sprach - manchmal frage ich mich wirklich, ob der mir was gutes will oder eher das Gegenteil davon!?
Und seitdem er jetzt auch so eine Broschüre über Schizophrenie gelesen hatte, seitdem meint er jetzt es hört sich so an als hätte ich das wirklich. Heißt das ich bin wirklich schizophren?
Einerseits wäre das ja gut, eine richtige und sichere Diagnose bedeutet schliesslich Hilfe zu bekommen, aber was ist wenn die Diagnose gar nicht stimmt?

Dann macht mich das ganz fertig, mit der Depot-Spritze. Erst sollte ich sie am Freitag bekommen, dann gestern früh und jetzt erst heute Nachmittag. Wenn ich das nur schon hinter mir hätte, um so länger ich drüber nachdenke, umso lieber würde ich sie verweigern. ich habe keine Ahnung wie das Medikament wirkt, was es bewirkt und ich kann nicht mehr zurück, wenn es erstmal drin ist, in mir. Wenn mein Mann nicht wollte, dass ich es nehme, dann hätte ich schon einen Rückzieher gemacht und mich auch schon aus der Tagesklinik entlassen lassen.

Heute habe ich auch noch ein Elterngespräch in der Schule und eigentlich auch noch einen Elternabend - eigentlich weil ich ihn abgesagt habe - da habe ich auch schon Bauchweh.

Ich weiß gar nichts mehr, was ich machen soll... alle wollen mich ändern, ich soll "normal" werden und es soll mir "besser" gehen, aber das hieß es schon von der Tagesklinik und seitdem ich dort bin geht es mir nur immerzu schlechter. Vorher war alles einfachr und ruhiger und besser. Was wird die Spritze verändern, und wieso soll ich mich überhaupt plötzich ändern. Dinge die mein Mann früher gut an mir fand, die hält er plötzlich für Krankhaft und die müssen behandelt werden *kopfschüttel* dann hätte er sich halt ne andere Frau suchen müssen.
Vielleicht sollte ich mich trennen, bevor ich völlig umgekrempelt werde oder bevor er mich noch einweisen lässt und ich weggesperrt werde - dann ist er mich wirklich los...

5.3.13 04:41

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Andreas / Website (5.3.13 06:44)
Ich glaube dass Diagnosen bloß Hilfsmittel sind um Dinge besser verstehen zu können. Sie sind Kategorien um Zustände zu erklären die ähnlich sind. Jeder Mensch ist anders. Es geht nicht so sehr um den Begriff glaube ich. Ich kann dir keinen guten Rat in dieser Sache geben, ich kann dir nur erzählen dass es bei mir ziemlich lange gedauert hat bis meine Tabletten gewirkt haben. Richtig gut ging es mir erst nach mehr als eineinhalb Jahren, besser schon nach 1 Monat. Ich möchte dich gerne besser verstehen; was sind diese Dinge die dein Mann früher gut an dir fand und die er nun für krankhaft hält? Wie warst du bevor du in die Klinik gegangen bist, und was war der Auslöser dafür dass du angefangen hast dich behandeln zu lassen?


Andreas / Website (5.3.13 06:45)
Ich verstehe deine Angst vor der Wirkung der Spritzen; ich kann sie dir nicht nehmen, weil ich nichts darüber weiß. Und ich kann nur immer wieder fragen was du selber möchtest. Belastet dich etwas an deiner Krankheit, möchtest du etwas daran verändern? Oder willst du lieber damit leben so wie "früher"? Ich selber finde es auch furchtbar dass man mich dauernd verändern will, wobei ich tatsächlich nicht den Wunsch habe jemals wirklich normal zu sein. Was ich vermute ist dass dein Mann sich ehrlich Sorgen um dich macht und vermutlich sehr unsicher ist was deine Erkrankung betrifft. Eine Broschüre zu lesen reicht allerdings nicht um zu verstehen. Sagst du ihm was du hier schreibst? Wie du dich dadurch fühlst wie er sich mit deiner Krankheit beschäftigt? Ich weiß nicht ob ihr gut miteinander reden könnt, aber ich halte es für wichtig es zu versuchen. Jemand der eine Krankheit nicht selber hat kann sie nur verstehen wenn ihm ein anderer davon erzählt. Und ich glaube nicht dass er oder jemand anders dir böses will; ich glaube sie machen sich Sorgen und möchten wirklich dass es dir besser geht. Ich finde es wichtig dass du auch sagst was du möchtest und nicht möchtest, und wie es dir geht mit allem. Es ist schwierig alles, sehr sogar. Aber hey, wer mit so vielen Kindern umgehen kann schafft auch alles andere, da bin ich sicher. Liebe Grüße!

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